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Markenwert Alexandra Keller

Die harte Währung Marke:
Das steckt hinter dem Markenwert.

Stabilere Kundenloyalität, verbesserte Preissetzungsmacht, strategischer Wettbewerbsvorteil: Wenn Unternehmen geschickt in den Aufbau und die nachhaltige Pflege ihrer Marke investieren, legen sie damit den Grundstein für höheren wirtschaftlichen Erfolg.

Was versteht man unter dem Markenwert?

Sie werden hochgeschätzt, ihre Services und Produkte häufig genutzt und von vielen innig geliebt: Unternehmen wie Apple, Google oder Microsoft zählen zu den wertvollsten Marken der Welt. Das bezieht sich nicht nur auf den wirtschaftlichen Erfolg, den diese Marken erwirtschaften. Unter dem Markenwert an sich versteht man die Summe, die man bezahlen müsste, um allein die Marke zu kaufen. Um das gesamte Unternehmen inklusive aller materieller Werte wie Gebäude, Fahrzeuge, Logistikflächen, Patente oder Verträge zu erwerben, müsste man in vielen Fällen ähnlich viel Geld aufbringen. Auch wenn der Markenwert im Vergleich dazu eher symbolischen Wert hat, so ist er doch eine sehr bedeutende Kennzahl.

Eine Frage ist bei der Bestimmung des Markenwerts deshalb zentral: Wie verhalten sich Verbraucher:innen gegenüber einer Marke im Vergleich zu einem ähnlichen Produkt ohne Marke. Es geht also darum, wie positiv die Marke wahrgenommen wird und wie das das Verhalten der Menschen beeinflusst. Dieser Wert ist eng an die Markenbekanntheit geknüpft und gibt Aufschluss darüber, wie die Marke das reale Kaufverhalten beeinflusst.

Wie wird der Markenwert berechnet?

Beim Markenwert handelt es sich um eine komplexe Kennzahl, die auf verschiedene Arten berechnet werden kann. Eine einheitliche Formel, auf die sich alle führenden Fachleute einigen könnten, gibt es nicht. Aufgrund dieser Uneinigkeit in Fragen der Methodik kann zum Beispiel der Markenwert von Coca-Cola je nach Bewertungsmodell zwischen 0,2 und 64 Milliarden US-Dollar schwanken. Das ist die Folge unterschiedlichster Markenbewertungsmodelle, die verschiedene Schwerpunkte setzen.

Fokus Finanzen

Ansätze wie die kostenorientierte Markenbewertung oder die ertragswertorientierte Markenbewertung betrachten z. B. die Kosten, die für die Schaffung einer vergleichbaren Marke erforderlich wären oder betrachten den zukünftigen finanziellen Nutzen, den die Marke für das Unternehmen generieren wird. Urteile und Entscheidungen von Kunden werden hier unzureichend berücksichtigt.

Fokus Kundenverhalten

Verhaltenswissenschaftlich orientierte Modelle legen ihren Schwerpunkt auf das Verhalten und die Einstellung der Konsument:innen, wie z. B. Markentreue oder Bekanntheit. Bei dem Markenwert nach Keller oder dem Markenwertmodell von Aaker spielen wirtschaftliche Kennzahlen keine Rolle.

Kombination Finanzen & Kundenverhalten

Markenwertmessung nach Interbrand, die Nielsen-Bewertungsmodelle, das GfK-Modell oder das Brand-Equity-Valuation-for-Accounting-Modell von Batten & Company sind nur ein paar Beispiele für Markenbewertungsmodelle, die sowohl wirtschaftliche Kennzahlen als auch finanzwirtschaftliche Faktoren berücksichtigen.

Kombination Finanzen & Kundenverhalten

Da reine finanzorientierte Modelle die Urteile und Entscheidungen von Konsument:innen nur ungenügend reflektieren, haben sich heute Kombinationsmodelle durchgesetzt, die gleichermaßen finanzwirtschaftliche und am Kundenverhalten orientierte Faktoren in ihrer Bewertung berücksichtigen. Die weltweit verbreitetste Berechnungsmethode ist dabei der Interbrand-Markenwert.

Die Investition in den Markenwert ist nicht nur eine Frage des Designs. Sie ist eine strategische Maßnahme, die weitreichende Auswirkungen auf das gesamte Unternehmen hat. Eine starke Marke ist ein langfristiger Vermögenswert, der nicht nur den Umsatz steigert, sondern auch die Beziehung zur Zielgruppe, den eigenen Mitarbeitenden und externen Partner:innen verbessert.

Marcus Kruse

Creative Direction

Markenwertmessung nach Interbrand

Interbrand ist eine der führenden Agenturen für Markenberatung weltweit. Für seine Berechnung des Markenwerts berücksichtigt das Unternehmen verschiedene Faktoren wie finanzielle Leistung, Markenstärke, Markenrolle sowie die Finanzierung einer Marke. Aus der komplexen Kombination von Finanzdaten, Marktforschung und anderen Faktoren, wird am Ende der Markenwert ermittelt. Wie das genau geschieht, ist allerdings nicht öffentlich zugänglich.

Faktor 1: Finanzielle Leistung

Wie gut steht die Marke da? Hier wird die finanzielle Leistung unter die Lupe genommen – einschließlich Umsatz, Gewinn und anderer finanzieller Kennzahlen. Dazu werden aktuelle und historische Finanzdaten des Unternehmens miteinbezogen.

Faktor 2: Markenstärke

Wie wird die Marke durch die Verbraucher:innen wahrgenommen? Wie stark ist deren Bindung an die Marke? Um das zu messen, werden u. a. Markenbekanntheit, Markentreue, Markenreputation und Markenführung analysiert.

Faktor 3: Markenrolle

Welche Rolle spielt die Marke im Kaufentscheidungsprozess und bei der Kundenbindung? Dieser Schritt umfasst die Analyse, inwieweit die Marke die Kaufentscheidungen der Verbraucher beeinflusst und wie sie zur langfristigen Kundenbindung beiträgt.

Faktor 4: Markenfinanzierung

Marketing, Werbung und Markenaufbau: Wie viel investiert ein Unternehmen in seine Marke? Hier werden die finanziellen Ressourcen berücksichtigt, die das Unternehmen in die Markenentwicklung investiert.

Faktor 4: Markenfinanzierung

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Der Markenwert als wertvolles Kapital

Ein Unternehmen wird aufgekauft, zwei Unternehmen fusionieren oder es stehen wichtige strategische Entscheidungen in den Bereichen Produktentwicklung oder zukünftiger Geschäftstätigkeiten an? Hier kann der Markenwert zu einem entscheidenden Faktor werden. Denn Markenarbeit und konsequente Markenführung sind nicht einfach eine Fleißaufgabe für schon erfolgreiche Unternehmen – beides beeinflusst den Markenwert, da eine starke Marke als eigener Vermögenswert betrachtet werden kann.

Darum lohnt sich das Investment in die eigene Marke

Über Apple, Microsoft, Amazon & Co. redet die ganze Welt. Das liegt nicht zuletzt auch an dem enormen Markenwert dieser Unternehmen. Doch auch für kleinere Unternehmen ist diese Kennzahl relevant: Denn jede Kaufentscheidung, die Käufer:innen treffen, basiert nur zum Teil auf rationalen Gründen. Mindestens ebenso schwer fallen emotionale Gründe ins Gewicht. Das gilt dabei unabhängig davon, ob es sich um den Kauf eines Autos im Wert von 50.000 Euro handelt oder einer Packung Kaugummis für den Preis von 0,79 Euro. Das bedeutet: Die Pflege der eigenen Marke wird zum extrem wichtigen Faktor, um am Ende schlicht mehr zu verkaufen – ein Ziel, das für große Unternehmen ebenso erstrebenswert ist wie für kleine.

Markenwert

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